Mittwoch, den 28.01.2015, Reden über den Tod

Mein Garten - Mein Balsam für die Seele
Mein Leben mit Brustkrebs

Gestern bin ich wieder beim Sport gewesen. Das hat mir ganz prima gefallen. Ich habe vorher zufällig einen netten Bekannten getroffen und mich mit ihm etwas unterhalten. Er frug mich, wie es mir so geht. Ich sagte ihm, dass es mir sehr gut geht. Und dann kamen mir aufeinmal doch die Tränen. Er hat seine Frau auch vor ein paar Jahren wegen des Krebses verloren und das hat mich so traurig gemacht. Ich erzählte ihm auch von mir und meiner Therapie. Ich ließ meine Tränen nur so laufen und fing mich aber gleich wieder. Er stand mir gegenüber und wischte meine Tränen ab. Das hat mir ziemlich gut getan, soviel Verständnis von ihm zu erhalten. Ich erzählte ihm auch, dass ich auch zu Anfang meiner Erkrankung soviel Ängste hatte, nicht mehr lange leben zu können.Am meisten machte mir damals Angst, wie es mit meiner Tochter und meinen Partner ohne mich weiter gehen soll. eine größte Sorge war meine Familie, weil ich dachte, die könnten ohne mich nicht weiterleben....Warum ich heute so offen über meine Geschichte rede, oder so wie hier schreibe, hat den einfachen Grund, mir gehts heute, trotz vieler Einschränkungen sehr gut und da wird man ein bisschen demütig. Ich will damit zeigen, dass man mit so einem tiefen Einschnitt ins Leben trotzdem gut weiterleben kann. Mein Partner und auch unsere Tochter hatte zum Anfang auch soviel Ängste.Wir haben viel darüber gesprochen.  Da sagte er auch, dass er als Lebenspartner auch so viel Angst gehabt hatte, in der Zeit als seine Frau so krank war. Aber es gab auch immer wieder Hoffnung. Leider hat seine Frau den Kampf gegen den Krebs verloren. Sie ist nur 53 geworden. Er sah da auch so ziemlich traurig aus, wo er darüber sprach. Wir haben uns dann aber beide wieder gefangen. Ich teilte ihm dann noch meinen Optimismus mit und das ich mein Leben jetzt total anders lebe und auch das es soviel Positives um mich herum passiert, was mir wiederum Kraft gibt. Er wünschte mir alles Gute.
Dann ging ich wieder zum Sport und traf mit einem 72.Jährigen Ehepaar. Das Ehepaar nimmt schon seit Jahren an einem Programm: Sport zum Leben teil. Die beiden wirken dadurch ziemlich fit und sind auch geistig sehr aktiv. Sie haben auch noch ein privates Geschäft. Ich bewundere die beiden, wie sie so miteinander umgehen. Leider fallen mir dann immer wieder meine Eltern ein, die es leider nicht so gut getroffen haben. Sie sind alle beide an Demenz erkrankt. Das macht mich sehr traurig.


 Ich finde es so toll, dass es Menschen, Freundinnen an meiner Seite sind, die dieselbe Einstellung zum Leben haben, wie ich. Ich habe jetzt viel mehr Zeit für die Dinge die mir Spaß machen. Ich habe auch eine sehr liebe Freundin und eine kleine Familie die zu mir halten. Ich habe nun viel mehr die kleinen Dinge zu schätzen gelernt. Jeder Tag zählt.

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