Donnerstag, den 05.02.2015, Winter in Wustrau



Mein Leben mit Brustkrebs

Gestern nachmittag bin ich noch mit einer Freundin und ihren Hund spazieren gewesen. Es war total winterlich. Es machte richtig Spaß den Kindern im Schnee zuzusehen. Die Kinder sind noch so frei und unbefangen. Sie machten eine Schneeballschlacht. Es war herrlich, dass mit anzusehen. Ich erinnerte mich auch an meine Kindheit, die ich im Winter auch immer gern mit Rodeln, Schneemann bauen und Schneeballschlachten verbracht habe. Ich glaube ich bin damals so richtig glücklich gewesen. Wir waren immer viel an der frischen Luft. Auch wo unsere Tochter noch kleiner war, sind wir gern und viel an der frischen Luft gewesen und haben Schneemänner gebaut und Schneeballschlachten gemacht.
Ach wie schön war diese Zeit, so schön unbeschwert und frei.



 Nun noch ein Auszug aus einen Brief, den ich an eine liebe Freundin per Email versendet habe:

 Liebe Claudia, ich finde es ganz prima, dass Du dich mit dem ganzen Thema auseinandersetzt und den anderen helfen kannst. Ich finde es auch richtig gut, dass Du eine Ausbildung als Psychoonkologin gemacht hast. Auch ich habe eine Menge in meinen Leben neu auf den Kopf gestellt. Ich hatte gerade im letzten Jahr eine neue Arbeit in einen Ingenieurbüro als Technische Zeichnerin und Teamassistentin begonnen und hatte mich dort richtig wohl gefühlt. Leider hatte ich mich da zu früh gefreut, ich dachte ich wäre endlich angekommen. Und da hat mich leider meine Krankheit eiskalt erwischt. Da ich noch in der Probezeit war, wurde ich natürlich gekündigt. Ich war darüber auch zutiefst traurig, wobei ich den AG auch verstanden habe, da er dringend Jemanden braucht, der nicht durch Krankheit so lange verhindert ist. Es war ein tiefer Einschnitt in meinen Leben. Der nächste Schock kam, als mir der Oberarzt bei meiner AHB eröffnete, dass ich nie wieder mehr als 3 Stunden arbeiten gehen könnte und ich chronisch krank sei. Arbeit war immer sehr wichtig in meinen Leben. Aber nun hat mich auf Erwerbsminderungsrente gesetzt. Zuerst konnte ich mich garnicht damit abfinden, zumal es finanziell doch ein ganz schöner Einschnitt ist. Aber jetzt genieße ich es langsam, ich habe dadurch viel mehr Zeit für die wirklich wichtigen schönen Dinge im Leben. Meine Arbeit steht jetzt nicht mehr an erster Stelle. Ich werde mir als Ausgleich vielleicht noch eine kleine Beschäftigung in meinen Ort suchen, die mir Freude bereitet und wenn es ehrenamtlich ist. Ich wünsche Dir noch einen schönen Tag. Viele Grüße von Andrea