Donnerstag, den 26.02.2015, Gesundheit ist das höchste Gut.
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Die Entchen versuchen auf die kleine Eisdecke zu gelangen. |
Ich habe heute wieder einen wundervollen herrlichen sonnigen Tag verlebt mit vielen netten Begegnungen.
Kommentare aus Fisch und Fleisch:
Sabine
Oberhauser hat Krebs und arbeitet weiterhin als Ministerin. Barbara
Prammer hatte Krebs und war, bis kurz vor ihrem Tod, aktive Präsidentin
des Nationalrats. Kurt Kuch war, trotz Lungenkrebs, fast bis zu seinem
Tod journalistisch aktiv. Guido Westerwelle und Karl Öllinger sind aus
ihren politischen Funktionen gefallen vor ihrer Krebsdiagnose, aber ich
wage zu behaupten, dass sie wohl ohne diesem Funktionsverlust auch
beruflich weitergemacht hätten wie zuvor.
Sind das die neuen HeldInnen? Schwer krank, aber weiter aufrecht im anspruchsvollen Job?
Vorweg:
Nein, ich hatte noch nie Krebs und kann daher nicht wissen, wie es
einem geht mit dieser Diagnose. Ich hoffe auch, diese Erfahrung nie
machen zu müssen. Aber ich bin Krankenschwester und beobachte seit 27
Jahren. Etwa den individuellen Umgang mit Krankheiten. Menschen gehen
ganz unterschiedlich mit schwerwiegenden Diagnosen um. Die einen ziehen
sich zurück, sehen schon ihr Ende, verlieren den Blick in die Zukunft.
Andere besinnen sich auf sich, misten ihr Leben aus und sammeln Kraft
für den Kampf gegen die Krankheit. Und wieder andere tun nach außen, als
wäre nichts geschehen. Da ist die Arbeit ein stabiler Faktor in einer
stürmischen Zeit. Wie die Besitzerin des kleinen Copyshops bei mir ums
Eck. Auch sie stand täglich in ihrem Laden, trotz Chemotherapie und
späterer Bestrahlung. Man hätte fast meinen können, sie hätte nur
Schnupfen.
Was ich allerdings im
Moment beobachte ist, dass eine Art der individuellen
Krankheitsbewältigung öffentlich beklatscht wird. Eine normal
weiterarbeitende Ministerin Oberhauser ist Vorbild, vor einer bis zum
Schluss berufstätigen Barbara Prammer zieht die Öffentlichkeit den Hut.
Ist das der neue Trend unserer Leistungsgesellschaft? Krebs, aber
beruflich weiter erfolgreich? Herzinfarkt, aber danach gleich wieder in
die Cheffunktion?
Wie wirkt sich dieser Trend auf uns NormalbürgerInnen aus?
Wenn
Frau Dr. Oberhauser mit Krebs und trotz Chemo weiterhin ein ganzes
Ministerium schupft, dann wird ja wohl der Elektriker Hans Mustermann
auch seine Baustelle schaffen, oder? Und die Sachbearbeiterin Susi
Sonntag mit ihrem Brustkrebs, die kann ja dann nach der Chemo wohl auch
ins Büro kommen! Oder?
Ich wünsche
wirklich jedem kranken Menschen, dass er seine Gesundheit wieder
erlangt. Und ich habe Respekt vor jedem Weg, den ein Mensch mit
schwerwiegenden Diagnosen geht. Manche Wege kann ich dabei nicht
nachvollziehen. Andere mehr. Wie ich selbst handeln würde- keine Ahnung!
Was
mir aber wichtig ist zu sagen:
Leute, es ist auch in Ordnung einfach krank zu sein! Ihr dürft Euch selbst wichtig nehmen und nicht den Job! Ihr müsst nichts leisten, wenn Ihr leidet! Ihr dürft Euch auch zurückziehen, wenn Ihr krank seid und Euch einfach nur um Euch selbst kümmern!
Liebe
Sonja, ich habe mich sehr über Deine ehrlichen Zeilen gefreut, wie Du
das als Gesunde, die nicht an Krebs leidet, siehst. Auch ich habe nach
meiner Krebsdiagnose erkannt, dass Arbeit nicht mehr das Wichtigste in
meinem Leben ist. Eine Psychologin sagte einmal zu mir, dass Sie meine
Einstellung zu meinen jetzigen Leben total richtig und gut findet. Ich
denke sehr positiv. Ja, ich glaube auch, dass es sehr viele Frauen und
Männer gibt, die nach dieser Krebsdiagnose einfach so weiter machen wie
vorher. Ich habe viele Frauen bei meiner AHB kennengelernt, die einfach
alles so weiter machen wie bisher. Aber viele gestehen sich jetzt auch
ein, dass es alles nicht mehr so ist wie vorher. Man ist nicht mehr so
leistungsfähig. Es ist wirklich nichts mehr wie vorher. Aber man lernt
wirklich die kleinen Dinge zu schätzen. Leider hängt bei vielen
natürlich die Existenz von Ihrem Job ab. Ich habe Glück, dass ich nicht
wählen muß, da bei mir die Erwerbsminderungsrente durch ist. Dadurch
kann ich mir nur eine Kleinigkeit dazu verdienen. Ich halte es daher so,
dass ich nur noch eine Miniarbeit annehme, die mir Spaß macht. Sowie
ich merke, dass das nicht mehr der Fall sein wird, werde ich wieder
aufhören. Es gibt so viele andere schöne Dinge im Leben, die ich jetzt
mehr genießen kann. Einfach in den Tag hineinleben, wenn es mir mal
nicht so gut geht. Und dafür bei keinen Arbeitgeber Rechenschaft
abzulegen. Ich darf auch mal weinen. Es befreit von den Sorgen.Ich
wünsche Dir einen schönen Abend. Viele Grüße von Andrea



Manche hackeln ohnehin bis zm Umfallen, die Arbeit macht sie solange krank, bis es zu spät ist. Wichtig ist Selbstreflexion und die Frage, WAS die Prioritäten sind. Für Einige sind und waren ihre beruflichen Aufgaben so erfüllend, dass sie damit - wenn auch ein wenig reduziert - wohl weitermachen MÜSSEN.
Insofern ein Job einfach nur ein Job und nicht erfüllend/sinnstiftend ist, sieht die Sache
ganz anders aus. Im Falle einer schwereren Erkrankung alle Kräfte dafür zu verwenden,
wieder gesund zu werden, wäre auch mein Credo.
Gesundheit ist ja das kostbarste Gut!
Lieber Squire1971,
Vielen Dank für Deine Zeilen. Du hast so Recht damit, dass manche bis zum Umfallen arbeiten und sie es leider erst zu spät merken. Du hast auch so Recht damit: im Falle einer schweren Erkrankung alle Kräfte dafür zu verwenden, wieder gesund zu werden. Leider merken viele es erst zu spät, das Gesundheit das kostbarste Gut ist.
Ich wünsche Dir noch einen schönen Abend. Liebe Grüße von Andrea