Mittwoch, den 04.02.2015, Weltkrebstag

Mein Blick aus dem Fenster im Hintergrund ist die Kirche zu sehen
Mein Leben mit Brustkrebs

Heute ist Weltkrebstag. Vor einem Jahr um diese Zeit, hätte ich noch nicht gedacht, dass mich dieses Thema einmal so sehr interressiert und mich selbst einholt. Ich habe im vergangenen Jahr eine Achterbahn meiner Gefühle und Gedanken erlebt.

Auszug aus einen Brief in der Zeit nach der Diagnose an eine Freundin aus meinen Auto Cad Kurs:

Ja es stimmt Ich befinde mich derzeit wirklich in einer Art von Schockzustand. Ich habe die Diagnose am Donnerstag, nach unserer Vorprüfung erhalten.Bei einer Routineuntersuchung mit Ultraschall und Brust abtasten, äußerte meine Frauenärztin den Verdacht auf einen Tumor in der Brust.
Ich sollte dann Abends gleich noch zur Mammografie. Am nächsten Morgen begab ich mich dann gleich zur Untersuchung. Ich habe die ganze Nacht davor kaum geschlafen. Die Röntgenärztin sagte mir, dass ich mich im Anschluß an dieser Untersuchung gleich in das Brustkrebszentrum
begeben sollte. Ich sagte Ihr dann aber, dass ich meine Prüfung zuerst noch ablegen wollte. Ich habe diese Prüfung dann auch unter sehr großer Anspannung geschrieben. Obwohl ich ja kein Anfänger von Auto Cad war, ist mir diese Prüfung auch ziemlich schwer gefallen. Ich habe in der Hinsicht
aber trotzdem die Hoffnung, diese Prüfung gut gemeistert zu haben. Die Zeit für diese Prüfung war auch wieder ganz schön knapp.

Am Nachmittag bin ich dann gleich zum Brustkrebszentrum gefahren. Der Arzt hat dann gleich 6 Proben mit einer Stanze genommen, was recht unangenehm war und mich gleich noch mehr geschockt, als er sagte das in der Brust 2 Tumore zu finden sind. Ich kann es einfach nicht fassen. Er sagte mir gleich geradezu, dass es dazu kommen kann, das mir die rechte Brust abgenommen werden könnte oder auch das man die Behandlung mit einer Chemotherapie beginnt.

Ich dachte, dass es jetzt wieder bergauf für mich geht. Ich habe doch einen Arbeitsvertrag zum 2.Mai 2014 bei einen neuen Arbeitgeber unterschrieben und weiß nun wirklich nicht, ob ich die neue Arbeit überhaupt noch antreten kann. Ich mache mir große Sorgen, wie es jetzt beruflich für mich weiter gehen soll. Ich habe mich so sehr auf meine Arbeitsstelle gefreut. Natürlich weiß ich auch, dass jetzt die Gesundheit vor geht. Ich kann kaum einen klaren Gedanken fassen. Diese Ungewissheit
wie es weiter gehen soll.

Diese ganzen Gedanken schossen mir damals im April 2014 aufeinmal alle durch den Kopf.
Ich habe gestern in unserer Lokalzeitung gelesen.: Krebs ist eine heimtückische Krankheit. Jeder der sie mal selbst erlebt hat oder in seinen familieeren Umfeld hatte, weiß genau wie grausam und unberechenbar diese Erkrankung ist, die sich durch den Körper frisst und aus jeder einzelnen Zelle das Leben aussaugt. Oder aber sich scheinbar als geheilt ausgibt und für Jahre versteckt hält, um dann mit großer Wucht wieder zurückzuschlagen.Gestern habe ich mich mal mit meiner Fitnesstrainern näher über das Thema Krebs unterhalten. Dieses Gespräch hat mir ziemlich Mut gemacht. Sie meinte auch, dass meine positive Einstellung entscheidend dafür ist, dass es mir den Umständen entsprechend recht gut geht. Diesen nachfolgenden Spruch habe ich mir von Fisch&Fleisch von den verstorbenen Werner Kobacka gefischt und wird mich durch den Tag begleiten:

 Alles, was Ihr tut, egal, was es ist, solltet Ihr positiv angehen, mit Begeisterung und guter Energie. Viele Menschen blockieren sich da leider selbst, sie jammern und kommen deshalb nicht voran. Freut Euch, auf alles, was Ihr tut, kostet das Leben aus, dann findet Ihr Euch leichter zurecht und habt auch mehr Spaß an allem! ...


0