Sonntag, 06.09.2015, Rudern gegen Krebs, Ich war dabei und ein Teil des Teams des Bootes Sport zum Leben 2
Dienstag, 29. März 2016
Schnelle Rennen bei Wellengang 94 Teams rudern in Neuruppin gegen Krebs
In
München musste die Benefiz-Regatta „Rudern gegen Krebs“ abgesagt
werden, in Neuruppin kämpften indes am Sonnabend 94 Teams gegeneinander.
Die eigentlichen Gewinner sind alle Ruderer sowie die Krebspatienten in
der Kreisstadt. Denn mit dem Erlös aus Spenden und Startgeldern wird
ein spezieller Bewegungstherapeut für die Patienten finanziert.
Andrea Voß (l.) mit Boxweltmeisterin Ramona Kühne.
Quelle: Andreas Vogel
Neuruppin. Am Ende war
sie einfach glücklich. „Die Regatta gibt mir Kraft und Mut“, sagt
Andrea Voß. Die 51-Jährige aus Wustrau erhielt vor eineinhalb Jahren die
Diagnose, dass sie an Krebs erkrankt ist. Deshalb machte sie am
Sonnabend bei der achten Auflage der Regatta „Rudern gegen Krebs“ in
Neuruppin mit und ruderte in einem der fünf Patientenboote. „Sport ist
ganz wichtig“, sagt Andrea Voß. Sie erwägt jetzt sogar, in einen
Ruderverein einzutreten.
Antje
Schulz würde sich darüber sicher freuen. Die Chefin des Neuruppiner
Ruder-Clubs (NRC) hat mit ihrem Team, den Ruderern aus Alt Ruppin und
Rheinsberg sowie den Helfern aus den Ruppiner Kliniken die Regatta
vorbereitet. Dafür gab es Lob von allen Seiten. Besonders angetan
zeigten sich Klaus Möller, Vorstand bei der Stiftung „Leben mit Krebs“,
der aus Heidelberg angereist war, sowie Ralf Holzschuher. Der
SPD-Landtagsabgeordnete und einstige Innenminister aus Brandenburg an
der Havel ist seit April Präsident des Landesruderverbandes. „Wie es
hier gelingt, auch Nichtaktive zum Rudern zu bringen, das ist eine
schöne Werbung für die Gesundheit und den Sport.“
„Das ist eine wahnsinnige Leistung!“
Holzschuher
überlegt, ob es so eine Regatta nicht vielleicht auch noch im Südosten
von Berlin geben könnte. Allerdings werde es sicher nicht einfach sein,
einen Verein zu finden, der den Aufwand für die Vorbereitung auf sich
nimmt. „Das ist eine wahnsinnige Leistung, die hier vollbracht wird“,
betonte Holzschuher.
Bei der
Regatta stehen der Spaß am Rudern und das Engagement, etwas Gutes zu
tun, im Vordergrund. Denn außer den Schülern und Patienten müssen alle
andere Teams ein Startgeld von 300 Euro berappen, um bei der
Benefiz-Regatta dabei sein zu können. Schließlich ist der Erlös dafür
bestimmt, die Stelle eines sogenannten Bewegungslotsen an den Kliniken
zu finanzieren, der mit Krebspatienten gezielt Ausdauer- und
Krafttraining übt. „Die Patienten sollen dabei auch aus ihrer Isolation
rauskommen und sehen, dass sie nicht allein mit ihrer Krankheit sind“,
sagte Frank Merten, Chef des Reha-Zentrums des Neuruppiner
Krankenhauses. Laut Merten gibt es nur acht derartige Bewegungslotsen in
ganz Deutschland, meist in Kliniken viel größerer Städte als Neuruppin.
Auch die Frauen legten sich mächtig ins Ruder.
Derweil
haben die Ruderer auf dem Ruppiner See immer wieder mit böigem Wind und
Regenschauern zu kämpfen. Die Sonne lässt sich nur wenig sehen. „Die
Schirmherren haben ihren Job nur halb gut gemacht“, scherzte
Stiftungsvorstand Möller. Allerdings ist das Wetter immer noch besser
als vorhergesagt. Zudem legt sich der Wind pünktlich vor den
Finalläufen. Bei dem für die Männer und Mixed-Teams ist das Team
Grünkern aus Neuruppin nicht zu schlagen. Doch dahinter wird es eng:
Gleich drei Boote kämpfen um den zweiten Platz. Den holt sich
schließlich die Sparkasse OPR vor dem Team Talent II von Bombardier aus
Hennigsdorf und „Leben ohne Beben“ aus Rheinsberg.
Bei
den Frauen siegt „Fit im Schritt“, das Team der Neuruppiner
Frauenarztpraxis Martina Duchrow. Die Ärztin findet die Regatta sehr gut
und hat auch mit dem Namen keinerlei Probleme. „Den haben sich die
Ruderinnen selbst ausgedacht“, erzählt sie Mario Schmidt.
Der 49-Jährige moderiert wie in den
Vorjahren den ganzen Tag über mit flotten Sprüchen die Regatta und
bezieht dabei ebenfalls neugierige Touristen sowie die Gäste einer
Hochzeitsgesellschaft ein, die am Bollwerk vorbei schlendern. Schmidt
hat ebenfalls den Kontakt zur Boxweltmeisterin Ramona Kühne hergestellt,
die er seit Jahren kennt. Die Profi-Boxerin aus Rangsdorf
(Teltow-Fläming) überreicht bei der Siegerehrung die Pokale und
Medaillen – und schreibt danach Autogramme. Bei der Wustrauerin Andrea
Voß gleich auf dem aktuellen T-Shirt von „Rudern gegen Krebs“.
Von Andreas Vogel
Neuruppin
Mein Leben mit Brustkrebs
Gestern habe ich nun an der großen Regatta: Rudern gegen Krebs teil genommen. Es war ein wundervoller Tag. Wir haben alles gegeben. Es hat uns totalen Spaß gemacht. Wir waren eine ganz tolle Truppe. Unser Boot Sport zum Leben 2 hat zwar nur den 5.Platz vom Patientenboot gemacht. Aber auf das Siegen kam es uns gar nicht an. Dabei sein ist alles.
Wir wollen ein Zeichen setzen, dass Sport für uns ein wichtige Bestätigung ist, unsere Krebs-Krankheit besser zu bewältigen. Wir hatten trotz schlechten Wetters einen wundervollen Tag.
Auf diesem Foto bin ich mit der Boxweltmeisterin Ramona Kühne abgebildet.
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